Micro-Inputs Resilienz

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tb 11962 bigDas neue Praxisbuch von Ella Gebriele Amann und Anna Egger, eine Neuauflage aus dem Verlag managerSeminare, zeichnet sich durch Methodenvielfalt und wunderschönen Zeichnungen aus. Zugrunde liegt die Idee, die acht Kompetenzbereiche, die resiliente Menschen von anderen unterscheiden, zu visualisieren. Ale eigene Methode entsteht ein RZT (= Resilienz- Zirkel-Training), das nach dem Bambus-Prinzip die Widerstandskraft gezielt stärken kann. Dazu werden bekannte Coaching Tools kreativ mit Embodiment gekoppelt. Die Übungen und Coachingbeispiel eignen sich sowohl für Einzelpersonen als auch Gruppen.

8 Unterschiede resilenter Menschen führen zu 8 Kompetenzfeldern:

  • Improvisationsvermögen und Lernbereitschaft
  • Optimismus, positives Selbst- und Weltbild
  • Akzeptanz und Realitätsbezug
  • Lösungsorientierung und Kreativität
  • Selbstregulation und Selbstfürsorge
  • Selbstverantwortung und Gestaltungskraft
  • Beziehungsgestaltung und Netzwerkpflege
  • Zukunftsgestaltung, Visionen, Werte

Die 8 Kompetenzfelder dienen den Autorinnen als Kapitelaufbau ihrer Micro-Inputs. In ihnen werden Hintergrund und Abwendungsbereich geklärt, eine Einführung in das jeweilige Modell mit Übungen gegeben, eine mögliche Vorgehensweise mit Anwendungsbeispiel beschrieben, weiterführende Ideen und Variationen plus Quellen und Literatur angeboten.

Unterschiedliche Erwartungshaltungen und nutzbare Strategien

tree 2743254 640Die Begriffe Stressresistenz und Resilienz werden von den Autorinnen unterschieden, um so eine tiefere Bedeutung für die Ausformung der jeweiligen Widerstandskraft zu erhalten. Bei der Stressresitenz geht es um ein Abprallen, eine Standfestigkeit oder eine Unempfindlichkeit, eine starre Eigenschaft also. Wohingegen Resilienz auf situationselastische Fähigkeiten hinweist. Es findet eine Verformung statt, die es dem System ermöglicht wieder in seine Ausgangslage zu gelangen. Eigenschaften wie Beweglichkeit, abprallen und nicht haftenbleiben stehen im Vordergrund. Hier muss die konsequente Auftragsklärung ansetzt. Was will der Kunde, Klient oder Patient? Will sie oder er sich an etwas gewöhnen, um unempfindlicher zu werden oder angemessen reagieren können? In beiden Fällen unterscheiden sich die Erwartungen und die daraus resultierenden Strategien.

Zielbild entwickeln, ein Erklärungsmodell finden

Metaphern helfen den Unterschied zwischen Stressresistenz und Resilienz zu klären, um so zu einer gemeinsamen Definition zu gelangen, die dem Kundenziel dienlich ist. Will der Kunde mit dem Lotus-Effekt alles an sich abperlen lassen, neu wie der Phönix aus der Asche erstehen, stark wie ein Baum sein, ein springender Ball, ein Stehauf-Männchen, wie die Spirale, der Fels in der Brandung oder wie Bambus? Gut gefallen hat mir der Hinweis, dass die einzelnen Metaphern als Sowohl-als-auch-Prinzip in der Auftragsklärung eingesetzt werden sollen. Denn momentan können wir uns nicht auf eine Resilienz Definition stützen, sondern müssen mit vielen leben, die parallel existieren und publiziert werden.

Ein echtes Praxishandbuch

Die Micro-Inputs sind mit 348 Seiten plus Online Arbeitshilfen kein Büchlein. Da lohnt die Überlegung für Kurse und Gruppen sich die eBook Variante auf seinen Laptop zu laden. Die gelungenen Zeichnungen und Übersichten sind einprägsam und bewirken bei mir große Lust, selbst etwas zu kreieren und aus der Methodenvielfalt zu kombinieren, etwas am Flipchart auf den Punkt zu bringen oder für die Gruppe frisches Material bereitzustellen. Herlichen Dank an Ella Gebriele Amann und Anna Egger!

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